Die Idee von Suchportalen für Fotografen klingt auf den ersten Blick vielversprechend: Eine zentrale Plattform, auf der Kunden ganz einfach den passenden Fotografen für ihr nächstes Shooting finden können. Unzählige haben sich schon versucht, und es kommen regelmässig neue Suchportale dazu. Dennoch sind viele dieser Portale gescheitert oder haben nie den Durchbruch geschafft. In diesem Beitrag beleuchte ich die 10 Hauptgründe, warum Suchportale für Fotografen nicht funktionieren und welche Herausforderungen auf diesem umkämpften Markt bestehen.

1. Hohe Gebühren für Fotografen

Der Fotografen-Markt ist bereits sehr umkämpft mit allen möglichen Player im Hobby-, Semi- und professionellen Bereich. Da gibt es schlicht und einfach keinen Platz für zusätzliche Intermediäre, die noch etwas daran verdienen wollen. Fotografen können es sich nicht leisten, Gebühren für Drittanbieter zu zahlen und gleichzeitig den Kunden kompetitive Offerten anzubieten. Hohe Provisionen pro Auftrag oder sogar Mitgliederbeiträge liegen nicht drin. Darum sind solche Portale unattraktiv – besonders dann, wenn es keinen direkten Umsatz generiert. Insbesondere die Variante, bei der man quasi Offertanfragen erstmal einkaufen muss und erst dann sieht, um was es geht, ist sehr unattraktiv. Zumal viele dieser Offertanfragen gar nicht wirklich ernst gemeint sind.

2. Unklare Zielgruppenansprache

Viele Suchportale versuchen, eine breite Palette von Fotografen für unterschiedlichste Kundenbedürfnisse anzubieten. Dies führt oft dazu, dass die Plattform zu allgemein bleibt und keine spezifischen Kundenbedürfnisse deckt. Erfolgreiche Portale müssten sich wenn schon klar positionieren und auf bestimmte Fotografie-Nischen oder Zielgruppen fokussieren.

3. Mangelnde Benutzerfreundlichkeit

Benutzererfahrung (UX) ist ein Schlüsselfaktor, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Viele Fotografen-Suchportale haben eine komplizierte oder wenig ansprechende Benutzeroberfläche, was sowohl Kunden als auch Fotografen abschreckt. Ein intuitives Design, das einfaches Suchen und schnelles Buchen ermöglicht, ist entscheidend. Wenn aber erst noch Anfragen und Offerten hin- und hergeschickt werden meist anonym und somit völlig unpersönlich, ist das ein No-go.

4. Keine klare Differenzierung

Was bieten Suchportale für Fotografen, das Social Media oder etablierte Plattformen wie Google nicht bieten? Viele Suchportale scheitern daran, sich von bereits existierenden Tools abzuheben. Ohne einen klaren, erkennbaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz verlieren sie schnell an Relevanz.

5. Marktübersättigung

Der Markt für Fotografen ist bereits stark gesättigt. Jedermann/frau kann eine Website ins Internet stellen und sich als Fotograf:in anbieten. Es gibt unzählige Plattformen, auf denen Fotografen ihre Dienstleistungen anbieten, von spezialisierten Webseiten bis hin zu Social-Media-Kanälen wie Instagram. Ein neues Suchportal hat es schwer, sich von der breiten Masse abzuheben und einen klaren Mehrwert zu bieten.

6. Fehlende Reichweite

Viele Suchportale schaffen es nicht, genügend Traffic auf ihre Seiten zu lenken, u.a. auch wegen dem Problem der Marktübersättigung. Die grosse Masse an privaten Fotografen-Websites ist häufig besser bei Google platziert als die Suchportale. Erfolgreiche Portale müssen sicherstellen, dass sie durch starke Marketingstrategien genügend Reichweite generieren. Ohne hohe Sichtbarkeit und regelmäßige Kundenanfragen bleiben die Fotografenprofile in den Tiefen der Plattform verborgen.

7. Schlechtes Marketing

Einige Suchportale investieren nicht ausreichend in Werbung und strategisches Marketing. Ohne eine klare Kommunikationsstrategie, die sowohl Fotografen als auch Kunden anspricht, wird es schwierig, eine kritische Masse zu erreichen, um den Marktplatz lebendig zu halten.

8. Unpersönliche Kommunikation zwischen Kunden und Fotografen

Wenn ein Portal die Kommunikation zwischen Kunden und Fotografen unnötig erschwert oder zu stark reguliert, führt das oft zu Frustration. Kunden möchten schnell und unkompliziert mit dem Fotografen ihrer Wahl in Kontakt treten können, um Details zu klären und Angebote einzuholen. Fotografie ist eine persönliche Dienstleistung. Und bei Dienstleistungen möchte man den direkten Kontakt mit dem Anbieter haben anstatt über Dritte zu kommunizieren.

9. Fehlende Vergleichsmöglichkeiten

Kunden möchten die Möglichkeit haben, Fotografen zu vergleichen, Bewertungen zu lesen und Preise zu prüfen. Wenn diese Features nicht oder nur in unübersichtlicher Weise vorhanden sind, verliert das Portal schnell an Attraktivität. Transparenz und Vergleichbarkeit sind entscheidende Faktoren für den Erfolg.

10. Vertrauensprobleme

Vertrauen ist ein wesentlicher Aspekt bei der Auswahl eines Dienstleisters, insbesondere in einem kreativen Bereich wie der Fotografie. Wenn Kunden nicht ausreichend Informationen über die Qualität und Zuverlässigkeit eines Fotografen erhalten, verlieren sie das Vertrauen in die Plattform. Suchportale müssen daher vertrauenswürdige Bewertungen und authentische Kundenrezensionen bieten, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen. Eine persönliche Website und die direkte Kommunikation gibt zwangsläufig ein authentischeres Bild über die Person hinter der Kamera. Und darum geht es ja gerade in der Fotografie zu einem ganz wesentlichen Teil.


Fazit: Ein umkämpfter Markt mit hohen Anforderungen

Der Markt für Fotografen-Suchportale ist hart umkämpft und von vielen Herausforderungen geprägt. Die oben genannten Gründe zeigen, warum es so schwer ist, eine solche Plattform erfolgreich zu betreiben. Um erfolgreich zu sein, müssten Suchportale sich klar differenzieren, eine herausragende Benutzererfahrung bieten und einen echten Mehrwert für Fotografen und Kunden schaffen. Es reicht nicht aus, nur eine Plattform anzubieten – sie muss einzigartig, benutzerfreundlich und vertrauenswürdig sein.

Insgesamt würde ich euch also empfehlen, die Fotografen direkt anzusprechen und nicht über Suchportale zu gehen.